1. Das Gesicht der IT wird sich durch die Industrialisierungskonzepte verändern
Die industrielle Fertigung kennzeichnet sich vor allem durch eine geringe Fertigungstiefe mit sehr arbeitsteiligen Prozessen sowie einen hohen Grad an Automatisierung und Standardisierung – sowohl intern als auch mit den Zulieferern und Leistungspartnern. Dieser Industrialisierungsgedanke auf die Informationstechnik angewendet bedeutet, dass die IT-Prozesse in einem wesentlich intensiveren Maß als bisher standardisiert werden müssen und auch das Sourcing neuer Gestaltungskonzepte bedarf.
Insbesondere in größeren Unternehmen bestehen schon erste deutliche Ansätze, die Methoden und Konzepte der industriellen Fertigung auf die IT zu übertragen. Allerdings befindet sich diese Entwicklung noch in ihren Anfängen, weil sie ein ganz neues Selbstverständnis in der Informationstechnik mit vielfältigen Konsequenzen für die Praxis einläutet. Schließlich wird hierbei keine neue Technik eingeführt, sondern es geht um einen neuen Grundgedanken, wie mittels der IT neue Potenziale bei der Kostenreduzierung, Wertschöpfung und Wettbewerbsflexibilität aktiviert werden können.
Als Konsequenz entsteht eine ganz andere strukturelle, organisatorische und methodische Ausrichtung der IT als bisher. Denn letztlich ist mit diesem Paradigma-Wechsel ein Abschied von der bisher monolithischen IT-Landschaft hin zu einer konsequent prozessorientierten Struktur verbunden. Allerdings ist angesichts der deutlichen Veränderungen nicht zu erwarten, dass sich diese Entwicklung in einem kleinen Zeitfenster vollzieht. Dennoch steht außer Zweifel, dass der Weg dort hin vorgezeichnet ist.
2. Die Reduzierung der Fertigungstiefe führt zur stärkeren Fokussierung auf die IT-Prozesse
Die IT wird in diesem Zusammenhang lernen müssen, sich arbeitsteiliger aufzustellen und klarer in Prozessen zu arbeiten. Was nicht zu den tatsächlichen Kernkompetenzen gehört, muss über externe Spezialisten oder Kompetenz-Netzwerke bereitgestellt werden. Das Prinzip der Arbeitsteilung betrifft die Softwareentwicklung ebenso wie den Betrieb der technischen Infrastruktur und das breite Feld der IT-Dienstleistungen.
Aber damit bei der Arbeitsteilung und Vernetzung die Schnittstellenkosten nicht explodieren, ist eine Standardisierung der IT-Prozesse erforderlich. Anders kann eine vielschichtige Zusammenarbeit mit einer zukünftig immer größer werdenden Zahl an Leistungspartnern gar nicht gemanagt werden, weil ohne Standards zwangsläufig Friktionen untereinander entstehen. Auch die IT-Prozesse müssen kompatibel sein, und dafür stellt ITIL einen entscheidenden Rahmen bereit. Entscheidend für den Unternehmenserfolg ist letztendlich jedoch die gesamtprozessuale Betrachtungsweise, d.h. es sollte vorrangig der Prozess-Output Schwerpunkt der Betrachtungen sein. Dies entspricht der anglo-amerikanischen Betrachtungsweise, die den Prozess-Output als Maß der Dinge ansieht. Dies hat zudem den nicht zu unterschätzenden Vorteil, dass Unternehmen alle prozessualen Optimierungsmaßnahmen hinsichtlich ihrer Kundenwirksamkeit überprüfen können.
3. Standardisierung der IT-Prozesse nach dem Vorbild der Standardanwendungen
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