Mit der Business Process Analysis (BPA) Suite ergänzt Oracle die Werkzeuglandschaft um ein Tool zur Modellierung von betriebswirtschaftlichen Prozessen. Gegenüber dem BPEL Process Manager liegt der Modellierungsschwerpunkt des neuen Werkzeuges auf der betriebswirtschaftlichen Modellierung.
Damit stößt Oracle in einen Bereich vor, für den bisher keine Werkzeuge angeboten wurden. Als Partner wurde dafür die IDS Scheer AG gewonnen, welche mit ihrer ARIS Process Plattform wesentliche Komponenten zur neuen BPA Suite beisteuert. Gartner positioniert die ARIS Process Platform im „Leaders Quadrant“ als eines der führenden Werkzeuge zur Modellierung und Verwaltung betriebswirtschaftlicher Prozeßmodelle. Seit Dezember 2006 ist eine Demo-Version der Oracle Business Process Analysis Suite verfügbar. Dabei handelt es sich um eine auf die Oracle Corporate Identity angepaßte Version des ARIS Business Architect (Version 7.1) der IDS Scheer AG, der noch Oracle spezifische Funktionalitäten zur Verbindung mit dem BPEL Process Manager fehlen. Mit der Produktivversion, inklusive erweiterter Oracle spezifischer Funktionen, ist Mitte 2007 zu rechnen. Auch wenn demnach der gesamte Blick auf die zu erwartende Lösung noch nicht möglich ist, so kann dennoch bereits ein erster Entwurf der erwarteten methodischen Integration dargestellt werden.
Zielsetzung ist es, innerhalb der BPA Suite Modelle zur Definition, Gestaltung und Evaluierung von organisatorischen und betriebswirtschaftlichen Abläufen zu erstellen. In einem weiteren Schritt sollen diese mit Hilfe definierter Transformations- schritte in Modelle zur Prozeßautomatisierung betrieblicher Informationssysteme übersetzt werden. Unternehmen, welche Prozeßmodelle durchgängig von der Fachlichkeit bis zur Automatisierung verwenden wollen, stehen nun vor der Frage, wie sie das neue Werkzeug einsetzen sollen.
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| Abb. 1: Umsetzungsphasen vom Prozessmodell zur -automatisierung |
Bevor nachfolgend mögliche Szenarien zur Verbindung einer fachlichen und technischen Modellierung dargestellt werden, ist es erforderlich zunächst die grundsätzlichen Zusammenhänge zwischen einer Geschäftsprozess- und einer Automatisierungs- modellierung zu erläutern. Abbildung 1 zeigt die verschiedenen Phasen auf dem Weg vom Prozessmodell zur -automatisierung.
Zu berücksichtigen sind die Phasen: Fachliche Prozessmodellierung, IT Prozess- modellierung, IT Design, Implementierung und Ausführung. Weiterhin sind in jeder Phase dynamische und statische Informationsinhalte zu unterscheiden. Bei den dynamischen Inhalten handelt es sich um Information zum zeitlich logischen Prozessablauf, wohingegen statische Informationen im wesentlichen die bearbeiteten Geschäftsobjekte bzw. Datenobjekte sowie fachliche bzw. technische Dienste beschreiben.
Fachliche Prozessmodellierung
Im Rahmen der fachlichen Prozessmodellierung werden die Abläufe eines Geschäftsprozesses aus betriebswirtschaft- licher Sicht erstellt (1). D.h., die Modellierung orientiert sich an betriebswirtschaftlichen Informationsbedürfnissen. Zielgruppe sind i. d. R. Fachabteilungen, welche die Ergebnisse zur organisatorischen Gestaltung einer Arbeitsdomäne nutzen. Neben den reinen Abläufen gehört zu dieser Phase, aus Sicht der Prozessautomatisierung, auch die Beschreibung der beteiligten Geschäftsobjekte (2). Es ist aber darauf hinzuweisen, dass es sic