In 10 Schritten zur Business-Driven SOA

SOA benötigt BPM ? hier sind sich die Experten einig. Was jedoch genau Business Process Management (BPM) umfasst, ist schon umstrittener. Viele sehen in BPM die alleinige Orchestrierung von Services zur technischen Abbildung betriebswirtschaftlicher Abläufe. Diese IT-zentrierte Sichtweise betrachtet jedoch nur die technische Architektur einer SOA. Woher weiß der IT-Mitarbeiter jedoch, wie die technischen Prozesse geschnitten sein müssen, damit der Fachbereich optimal unterstützt wird? Schon anhand dieser Fragestellung wird deutlich, warum ein alleiniges technisches BPM für eine erfolgreiche SOA-Implementierung nicht ausreichend sein kann. In diesem Artikel wird dargestellt, wie mit Hilfe einer 10 Schrittmethodik fachliche Geschäftsprozesse in ARIS als Blaupause für eine SOA verwendet werden können. Durch diese betriebswirtschaftliche Perspektive kann die zukünftige IT-Architektur frühzeitig an den gegebenen betriebswirtschaftlichen Abläufen ausgerichtet werden.

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Warum braucht SOA ein fachliches BPM?

Geschäftsprozessmanagement wird in Unternehmen unter verschiedensten Zielsetzungen betrieben. Es sollen Abläufe optimiert, die Einhaltung gesetzlicher Regularien geprüft oder die Leistungsfähigkeit der in IT-Systemen ausgeführten Prozesse sichergestellt werden. In jedem Fall wird jedoch auch die Funktionsweise der Organisation dokumentiert. Jeder aufgezeichnete Prozess schafft mehr Transparenz in der unternehmerischen Wertschöpfung. Oft werden erst nach der Modellierung von Prozessen Optimierungspotenziale sichtbar. Die IT hat die Aufgabe, die optimierten Prozesse schnell in die IT-Landschaft zu übertragen. Geschieht dies mit Technologien wie WSDL, BPEL, SOAP etc. spricht man von einer Service-orientierten Architektur.

SOA ist kein Produkt und auch nicht mit Web Services gleichzusetzen. Im Gegenteil – SOA ist in erster Linie ein Managementkonzept. Das zugehörige Systemarchitekturkonzept zerlegt Unternehmenssoftware in Funktionseinheiten, die durch kleine Softwarebausteine ausgeführt werden. Diese Funktionsbausteine können durch modellgestützte, standard-basierte Konfiguration an die unternehmerischen Anforderungen angepasst werden.

Auch wenn diese Konfiguration technologisch unterstützt wird, stellen sich für viele SOA-Architekten die folgenden typischen Fragen:

  • Welche Services benötigen meine Fachbereiche zur Verrichtung der alltäglichen Arbeitsabläufe und wie finde ich diese?
  • In welcher Reihenfolge werden welche Services nachgefragt?
  • Welche Response-Zeiten sind für den Fachbereich notwendig?
  • Gibt es kritische Services, die besonders abgesichert werden müssen?
  • Woher weiß ich, wann sich ein fachlicher Prozess ändert und wie wirkt sich dies auf die ausgeführten BPEL-Prozesse aus?
  • Welche fachlichen Prozesse sind betroffen, wenn ich einen bestimmten technischen Prozess modifiziere?

Auf jede dieser Fragestellungen bietet ein fachliches BPM mit ARIS eine eindeutige Antwort. Ausschlaggebend ist hier natürlich die Qualität der modellierten Prozesse.

Die Methode für ein Service-orientiertes BPM

Meistens werden Geschäftsprozesse in Unternehmen in einer mehrstufigen Vorgehensweise modelliert. Ausgehend von der obersten Prozesshierarchie werden die Prozesse sukzessive detailliert. Im Rahmen des SOA-Ansatzes der IDS Scheer wird parallel zu der fachlichen Prozesshierarchie die technische Service-Hierarchie aufgebaut. Während die fachlichen Prozesse in einem Top-down Ansatz erarbeitet sind, werden die Services in einem Bottom-up-Ansatz zu technischen Prozessen orchestriert.

Abb. 1: Hierarchie der Geschäfts-Services auf Basis der Hierarchie der Geschäftsprozesse
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Abb. 1: Hierarchie der Geschäfts-Services auf Basis der Hierarchie der Geschäftsprozesse

Die Geschäftsprozesse werden in der linken Pyramide in Abbildung 1 bis auf Ebene drei detailliert. Auf dieser Ebene kann ein Mapping von fachlicher Funktion und geeignetem Service durchgeführt werden. Durch diese technische Anreicherung der Ereignisgesteuerten Prozesskette (EPK) kann eine automatische Transformation des fachlichen Prozesses in einen BPEL-Prozess durchgeführt werden. Nachdem die Transformation auf der untersten Ebene von der linken zur rechten Pyramide stattgefunden hat, können die BPEL-Prozesse auf Ebene zwei in der rechten Pyramide als umfassendere „Geschäfts-Services“ kombiniert werden. Ein Geschäfts-Service kann einen kontextuell abgeschlossenen Prozess der Ebene eins aufrufen, beziehungsweise diesen in einem Service zusammenfassen. Durch diese Schachtelung von technischen Prozessen können später komplexe fachliche Prozesse mit Hilfe von Geschäfts-Services ausgeführt werden. Auf Ebene drei der rechten Pyramide werden alle Prozesse in einem übergeordneten BPEL-Prozess kombiniert. Durch die enge Integration der fachlichen Prozessabläufe und der technischen Service-Orchestrierung wird die Business-Driven SOA Wirklichkeit.

Zur erfolgreichen Einführung einer Business-Driven SOA basierend auf fachlichen Prozessmodellen, empfiehlt die IDS Scheer eine 10-Schritt-Methodik, unterstützt durch den ARIS SOA Architect.´

In 10 Schritten vom fachlichen Prozess zur Ausführung

Abb. 2: 10 Schritte vom fachlichen Prozess zur Business-Driven SOA
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Abb. 2: 10 Schritte vom fachlichen Prozess zur Business-Driven SOA

Schritt 1: Service-orientierte Prozessmodellierung

In der ersten Phase werden die übergeordneten fachlichen Prozessmodelle erstellt, die meist noch nicht zur Ausführung bestimmt sind. Ausgehend von diesen High-Level Prozessen, erfolgt die service-orientierte Prozessmodellierung schrittweise in einem Top-down Ansatz. Durch die Aufnahme der Prozesse wird ersichtlich, welche Eigenschaften Services aufweisen müssen, um die definierten fachlichen Aktivitäten später technisch unterstützen zu können.

Abb. 3: Ereignisgesteuerte Prozesskette (EPK)
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Abb. 3: Ereignisgesteuerte Prozesskette (EPK)

In Abbildung 3 ist ein einfacher Sales-Prozess in einer EPK dargestellt. Das Prozessmodell beinhaltet unter anderem den Schritt „Plan Production“ (Produktionsplanung). Dieser Funktions­baustein soll mit Hilfe des ARIS SOA Architect durch einen Service automatisiert werden. Die fachliche Aktivität ist durch In- und Output-Daten und ein Requirement genauer beschrieben. Im Beispiel hat der Prozessschritt als Input-Datum die „Purchase Order“ (Bestellanforderung) und als Output den „Schedule“

(Kompletter Text nur für Netzwerk-Mitglieder)

Veröffentlicht von Joerg Klueckmann bei BPM-Netzwerk.de am 04. Februar 2007

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