Motivation
Software soll die Geschäftsprozesse eines Unternehmens unterstützen. Hatten wir es früher mit riesigen, monolithischen Applikationen zu tun (ja, man begegnet ihnen auch heute noch ständig), sehen wir aktuell allgegenwärtige Architekturdiskussionen, die uns im wesentlichen zu einer Schichtentrennung (logisch wie physikalisch) innerhalb einer ? immer noch monolithischen ? Applikation gebracht haben. Das Hauptproblem an dieser Ist-Situation sind nicht Wartungsaspekte oder Übersichtlichkeit, sondern im Wesentlichen einfach die erreichbare Geschwindigkeit bei der Anpassung der bestehenden Anwendungen an neue Anforderungen. Es ist in der heutigen Zeit einfach nicht tragbar, dass die Umsetzung von neuen Geschäftsideen in eine Software Zeiträume von mehreren Monaten beansprucht. Ziel muss eine möglichst direkte Reaktionsfähigkeit auf Änderungswünsche jeglicher Art sein: egal ob es um neue Marktanforderungen, geänderte Gesetze, Angebotsaktionen, spezielle Werbeaktionen oder einfach um technische Änderungen geht.
 |
Klicken zum Vergrößern |
| Abb. 1: „Adaptive Enterprise Computing“ – Vision einer adaptiven, prozessorientierten Infrastruktur |
Hier setzt die Vision des ?Adaptive Enterprise Computing? (Abb. 1) an: In der idealen Welt existieren innerhalb des Unternehmens nicht nur modellierte Geschäftsprozesse, sondern die Geschäftsprozesse sind direkt ausführbar und ablauffähig. Zudem existieren zahlreiche Regelkreise, die ein permanentes Controlling und damit eine Optimierung der laufenden Geschäftsprozesse erlauben.
Von der vollständigen Umsetzung dieser Vision sind wir selbstverständlich noch weit entfernt. Allerdings bietet uns das neue Paradigma der ?Service orientierten Architektur? (SOA) zusammen mit den aktuellen, technologischen Fortschritten aus dem Umfeld der (Web-) Services mittlerweile eine schon als sehr gut zu bezeichnende Unterstützung auf dem Weg zum flexiblen Echtzeitunternehmen. Hat man sich erst einmal daran gewöhnt, nicht mehr in kompletten Applikationen zu denken, sondern die Philosophie des Service-Einsatzes an sich herangelassen, ist es auch bis zur Umsetzung von ablauffähigen Prozessen nicht mehr weit.
Ein wichtiger Bestandteil in diesem Szenario ist die noch recht junge, aber sich zusehends schneller durchsetzende ?Business Process Execution Language? (BPEL). Im folgenden wollen wir kurz beleuchten, was sich genau hinter BPEL verbirgt, welche Tools Oracle in diesem Umfeld zu bieten hat und warum diese Technologie so viel versprechend im Rahmen einer SOA einsetzbar zu sein scheint.
BPEL ? Neuer Standard für ablauffähige Prozesse
 |
Klicken zum Vergrößern |
| Abb. 2: Struktur eines BPEL-Prozesses |
BPEL kann als das Instrument gesehen werden, welches innerhalb der Konzeption einer serviceorientierten Architektur zur Automatisierung von Geschäftsprozessen eine Schlüsselfunktion übernimmt. Denn BPEL bietet als XML-basierte Sprache eine sehr einfache Möglichkeit, durch die Orchestrierung von (Web-) Services, die Geschäftsprozesse eines Unternehmens abzubilden. Diese Aussage liefert auch gleich die Idee hinter diesem neuen Standard: mit der Sprache ?BPEL? werden keine Anwendungen im herkömmlichen Sinne geschrieben. Vielmehr geht es darum, eine bestimmte Menge von Services, die im o