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Der Begriff des ?Real-Time Enterprise? wurde ursprünglich von der Gartner Group geprägt. Er bezeichnet die Vision eines Unternehmens, das die kontinuierliche Beschleunigung seiner Geschäftsprozesse als wesentlichen Erfolgsfaktor versteht, da es dadurch ?die eigene Aktions- und Reaktionsgeschwindigkeit nachhaltig verbessert und verzögerungsfrei auf externe sowie interne Änderungen reagieren und damit Zeit und Kosten einsparen kann?. (vgl. A.-W. Scheer, F. Abolhassan, W. Bosch: Real-Time Enterprise. Springer-Verlag, Berlin 2003)
Doch die Wirklichkeit ist von dieser Vision noch weit entfernt. Die reale Business-Welt, in der wir uns heute zurechtfinden müssen, ist eine Welt, die abhängig geworden ist von der Informationstechnologie, sich dabei jedoch keineswegs durchgehend in Begriffen beschreiben lässt, die mit ?real-time...? anfangen. In einzelnen Bereichen mag sie gut funktionieren, doch gleichzeitig ist sie durchzogen von Medienbrüchen, von Systemsprüngen, abbrechenden Kommunikationskanälen und brachliegenden Datenhalden ? eine vielfältige, doch zerklüftete Landschaft. Von bruchloser Kommunikation in real-time können die meisten Unternehmen nur träumen.
Prozesse wirklichkeitsnah abbilden
Die Informationstechnologie hat in den letzten Jahrzehnten viel dazu beigetragen, Prozessabläufe einfacher, schneller und effizienter zu machen, doch gilt das in der Regel nur für Teilbereiche innerhalb einer Unternehmensstruktur. Wer etwa über ein gut funktionierendes Data Warehouse verfügt und dazu noch über ein mächtiges, perfekt angepasstes Instrument zum Enterprise Resource Planning, hat den Kernbereich seines Business und dessen Abbildung in der unternehmenseigenen IT wahrscheinlich gut im Griff. Doch da ein Unternehmen, ähnlich wie ein lebender Organismus, sich in ständiger Interaktion mit anderen Unternehmen befindet, kann es nicht auf diesen Kernbereich reduziert werden. Die reibungslose Kommunikation mit Zulieferern und Kunden ist eine ebenso notwendige Voraussetzung für dauerhaften Geschäftserfolg. Auch das ist nichts Neues. Softwaretools zum Supply Chain Management und Customer Relationship Management sind schon längst Must-Haves für moderne Unternehmen.
Doch je mehr unterschiedliche IT-Systeme man einführt, um so weiter steigt die Komplexität des gesamten Organismus. Meist sind die verschiedenen Systeme nur unzureichend integriert, funktionale Überlappungen sind an der Tagesordnung, und die tatsächlichen Geschäftsprozesse werden in der Regel nicht vollständig abgebildet. Von Echtzeit kann keine Rede sein. Das Ziel einer ?Real-Time [Un]Ltd.? aber ist es, unter Beibehaltung der tradierten IT-Landschaft eines Unternehmens eine neue Kommunikations- und Interaktionsplattform zu schaffen, die die zugrundeliegenden Prozesse wirklichkeitsnah abbildet, die Integration der übernommenen Legacy-Systeme grundlegend verbessert und einen durchgehenden Workflow schafft, der zudem durch die Verantwortlichen zeitnah kontrollierbar bleibt. Das ist modernes Business Process Management.
Grundfunktionen einer Real-Time [Un]Ltd.
Das eigene Unternehmen in Richtung einer Real-Time [Un]Ltd. weiterzuentwickeln, ist natürlich in erster Linie eine strategische Entscheidung. Allerdings kann sie nur auf der Grundlage eines fundierten IT-Konzeptes realisiert werden. Um eine Real-Time [Un]Ltd. vollständig abzubil
(Kompletter Text nur für Netzwerk-Mitglieder)
Veröffentlicht von
Dr. Torsten Schmale
bei BPM-Netzwerk.de am 17. Juni 2006
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