Radikalkur ist "keine gute Lösung"

In einem Email-Interview beantwortet Joachim Müller u.a. unsere Fragen zu den Themen DMS, Open Source und SAP R/3.

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Herr Müller, der Begriff "Workflow-based Integration" ist kaum verbreitet. Was kann man sich darunter vorstellen?

Mit dem Titel soll lediglich ausgesagt werden, dass die Basis für eine Integration von Anwendungen die Prozesse im Unternehmen und über die Unternehmensgrenzen hinaus sind. Es sind also nicht die einzelnen Abteilungen (fachlich oder technisch), die den Einsatz eines WfMS als Ziel haben sollten. Es ist vielmehr von den Abteilungsleitern/Bereichsleitern ein Denken über die Abteilungsgrenzen hinaus gefordert, und die Basis dafür sind die Prozesse innerhalb des Unternehmens und nicht nur Prozessteile innerhalb einer Abteilung. Ein Vorgehensmodell, welches ich im Buch vorgestellt habe, sieht vor, sich erst mal eine globale Sicht, falls erforderlich auch über die Firmengrenzen hinaus, auf die Prozesse zu verschaffen (Prozesslandkarte) und dann erst zu überlegen, welche Prozesse sinnvollerweise durch ein WfMS automatisiert und in die IT-Umgebung integriert werden können, also eine prozessbasierte Integration der Anwendungen.

Einem Besucher der diesjährigen SYSTEMS in München dürfte aufgefallen sein, dass viele Software-Hersteller von ihren "Workflowmanagement-Lösungen" sprachen, während sie Anwendungen für das Dokumentenmanagement (DMS) anboten. Halten Sie eine solche Gleichsetzung für berechtigt?

Ein klares Nein. Ich habe auch in den letzten Jahren verfolgt, dass immer mehr Produkthersteller (nicht nur DMS) den Begriff Workflow missbrauchen, in dem sie behaupten, sie hätten eine Prozesssteuerung integriert. Dies ist aber bei genauerem Hinsehen nur sehr eingeschränkt der Fall. Z.B. ist bei einem DMS das Dokument und nur das Dokument der Mittelpunkt, d.h. alles was die Bearbeitung eines Dokumentes betrifft, wird durch diesen Workflow abgedeckt, aber auch nicht mehr. Einem ?reinen? WfMS muss es aber egal sein, ob es ein Dokument ist, ein Kreditkartenantrag mit Hostabfragen und anschließender Prägung der Karte oder eine Alarmmeldung eines zu überwachenden Systems. Ich gehe deshalb auch in meinem Buch auf die Unterschiede ein, da im Berufsleben einem eine sehr bunte (Ver-)Mischung der Begriffe unterkommt.

Mittlerweile ist zu den meisten Entscheidern durchgedrungen, welche Chancen mi

(Kompletter Text nur für Netzwerk-Mitglieder)

Veröffentlicht von Joachim Müller bei BPM-Netzwerk.de am 10. Januar 2005

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