Prozessoptimierung im Produktionsbetrieb

In seinem Praxisbericht schildert Wolfgang Grän die erfolgreiche Prozessoptimierung in einem kunststoffverarbeitenden Betrieb, für die er sowohl die Beratung als auch die tatsächliche Umsetzung übernahm.

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Hintergrund

Im vorliegenden Fall wurde während des Audits zum QM-System im Oktober 2003 festgestellt, dass die Firma trotz guter Auftragslage ein sehr schlechtes Jahresergebnis ausweisen wird. Die Ursachen lagen offensichtlich im hohen Ausschuß, mangelndem Peoplemanagement, schlechte Auslastung der Maschinen, mangelhafte Fertigungs- und Auftragssteuerung.

Aufgabenstellung

Die Gesellschafterversammlung verlangte umgehend einen Maßnahmenplan zur Verbesserung der Ertragslage.

Maßnahmenplan

Zur Vorlage bei der Gesellschafterversammlung wurde ein dreistufiger Maßnahmenplan erstellt, der bei der Gesellschafterversammlung ohne Änderungen angenommen wurde.

Auszug als PDF

Übernahme der Funktion "Produktionsleitung" (Management auf Zeit) für 6 Monate

Vorgehensweise
  • Prozessabläufe aufgenommen und hinterfragt
  • Fertigungsabläufe (Mitarbeiter) beobachtet
  • Wirksamkeit der Fertigungssteuerung überprüft
  • 4-Schichtmodell ausgearbeitet, eingeführt und Effizienz gemessen
  • Materialverfügbarkeit überprüft
  • Prozessdatenerfassung auf Wirksamkeit überprüft
  • Ausfallursachen analysiert
  • Arbeitsmoral und Arbeitsdisziplin der Mitarbeiter durch Beobachtung überprüft
  • Zusammenarbeit zwischen Produktion und Nachbarabteilungen beobachtet

Erste Ergebnisse
  • Einrichter und Vorarbeiter nehmen ihre Aufsichtspflicht nicht wahr
  • Pausenzeiten werden überzogen, Mitarbeiter verlassen die Arbeitsplätze auf unbestimmte Zeit
  • Maschinentaktzeiten werden nicht eingehalten
  • Besonders in der Spät- und Nachtschicht werden die Schichtzeiten nicht voll eingehalten (die Maschinen werden bis zu 1 Stunde vor Schichtwechsel nicht mehr bedient)
  • Zu viele Ausfallteile werden als Gutteile weitergegeben - erhöhte Ausfallkosten
  • Maschinenparameter werden nicht optimiert - dadurch entsteht erhöhter Ausfall
  • Werkzeuge werden vor Einsatz nicht auf Funktionsfähigkeit überprüft
  • Werkzeuge werden auf Maschinen montiert ohne dass Material zur Herstellung verfügbar ist.
  • Fertigungs- und Auftragssteuerung nicht optimal, vorhandenes ERP-System wird nicht wie notwendig eingesetzt.

Maßnahmen
  • Unterweisung der Einrichter / Vorarbeiter auf deren Pflicht und der Erwartungshaltung von Seiten des Betriebs
  • Raucherpausen werden per Zeiterfassung von der Arbeitszeit abgezogen
  • Disziplinarische Maßnahmen / Abmahnungen bei groben Verstößen gegenüber Vereinbarungen und Arbeitszeitverletzungen
  • Einführung eines betrieblichen Vorschlagswesens
  • Das 4-Schichtmodell wurde wieder abgeschafft und in ein 3-Schichtmodell mit Einbeziehung des Samstages als Arbeitstag umgewandelt, was die Personalkosten erheblich gesenkt hat.
  • Abarbeitung der Punkte aus dem Maßnahme
(Kompletter Text nur für Netzwerk-Mitglieder)

Veröffentlicht von Wolfgang Grän bei BPM-Netzwerk.de am 01. Februar 2005

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