Der kritische Weg im Prozessmanagement

Ein optimaler Prozessablauf besitzt keinen kritischen Weg. Mit dieser provokanten Aussage weckte Josef Schwab unsere Neugier. Aus einem Nachhaken entwickelte sich dieses Interview zum Thema Optimierung von Geschäftsprozessen mit Hilfe der Methode des "Critical Path".

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Herr Schwab, Ihrer Aussage nach darf ein Prozessablauf keinen ?kritischen Weg? besitzen. Was genau ist mit diesem Begriff gemeint und wie begründen Sie Ihre Aussage?

Der Begriff des "kritischen Weges" kommt aus der Netzplantechnik und ist die Folge der Aktivitäten, die die zeitliche Differenz zwischen Anfang und Ende bestimmen. Bei zeitlich parallel liegenden Vorgängen braucht man ja immer so lange, wie der längste dieser parallel liegenden Vorgänge dauert (oder, wenn es keine paralellen Vorgänge gibt, eben die Dauer dieses Vorganges). Die Vorwärtsrechnung addiert vom Starttermin ausgehend immer den Zeitbedarf der Aktivitäten mit den längsten Dauern und hat zum Ergebnis die Laufzeit insgesamt. Die Vorgänge, die jeweils den maximalen Zeitbedarf haben, bilden diesen Ablauf und damit den kritischen Weg. Wenn man in der Rückwärtsrechnung von dem errechneten Endtermin die Vorgangsdauern subtrahiert, sieht man, dass die nicht-kritischen Vorgänge einen zeitlichen Spielraum, eine Pufferzeit, haben. Einfaches Beispiel: Wenn zwei Vorgänge parallel liegen und einer dauert 5 Tage und der andere 10 Tage, ist die Laufzeit 10 Tage und der nicht-kritische Vorgang hat eine Pufferzeit von 5 Tagen. Diese Methode wird normalerweise in der Projektplanung zur Errechnung der voraussichtlichen (minimalen) Projektdauer verwendet.

Und wo ist die Verbindung zur Prozessanalyse?

Die Elemente in einem Prozess sind vollkommen analog den Aktivitäten in Projekten zu sehen. Schon der geistige Vater des prozessualen Qualitätsmanagements, W. Edwards Deming, führte ja die begriffliche Identität von Aktivität und Prozess ein. Beide stellen Elemente einer zielgerichteten Handlungsfolge dar, die sachlich/logisch/organisatorisch miteinander verknüpft sind und deshalb nach den gleichen Methoden gedacht und berechnet werden können. Es gibt nur einen entscheidenden Unterschied: ein Projekt ist ein Prozess, der für die Zukunft geplant wird, während sich die Prozessanalyse gemeinhin mit bestehenden, real exististierenden Abläufen beschäftigt. Prozessanalyse untersucht gegenwärtig ablaufende Prozesse und versucht, sie zu optimieren; Projektplanung entwirft zukünftige Prozesse (?projectum? = das in die Zukunft geworfene).

Warum konnte oder kann die Prozessanalyse nicht mit ihren eigenen Mitteln, sprich der ök

(Kompletter Text nur für Netzwerk-Mitglieder)

Veröffentlicht von Josef Schwab bei BPM-Netzwerk.de am 04. März 2006

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