Unterschiedliche Verwendung des Prozessbegriffs

In einem Auszug aus seinem Lehrbuch "Geschäftsprozessmanagement" beschreibt Prof. Allweyer die verschiedenen Bedeutungen, die der Begriff "Prozess" je nach Blickwinkel des Betrachters einnehmen kann und zeigt daraus resultierende Missverständnisse auf.

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Es gibt verschiedene Verwendungen des Begriffs »Geschäftsprozess« bzw. »Prozess«. Neben der betriebswirtschaftlich orientierten Verwendung des Begriffs trifft man häufig eine automatisierungsbezogene Verwendung an. Sie bezieht sich auf die Teile eines Prozesses, die von einem Workflow Management-System o.ä. automatisch ausgeführt werden. Im E-Business wird der Begriff »Geschäftsprozess« oft eher auf die Schnittstellen zwischen Unternehmen bezogen. Gelegentlich wird der in der Software-Entwicklung verwendete Begriff »Use Case« als »Geschäftsprozess« übersetzt, wobei hier nur sehr kleine, von einem Anwendungssystem unterstützte Detailabläufe erfasst werden. Schließlich wird auch das in einem Software-Projekt verwendete Vorgehen als »Prozess« bezeichnet. Der Begriff »Geschäftsprozess« oder abgekürzt »Prozess« wird sowohl in der Literatur als auch in der Praxis je nach Fachgebiet und Blickwinkel unterschiedlich benutzt. Dies ist eine häufige Quelle von Missverständnissen, zumal die verschiedenen mit diesem Begriff verbundenen Bedeutungen durchaus etwas miteinander zu tun haben. So kann es auch innerhalb eines Projektes vorkommen, dass etwa betriebswirtschaftlich orientierte Mitarbeiter und Informatiker sich über die zu verändernden Geschäftsprozesse unterhalten, unter dem Begriff jedoch etwas anderes verstehen. Daher ist es erforderlich, jeweils zu überprüfen, in welchem Sinne ein Gesprächspartner oder der Autor eines Artikels diesen Begriff verwendet.

Die folgende Aufzählung enthält einige häufig anzutreffende Verwendungen des Begriffs »Geschäftsprozess« bzw. »Prozess«:

1 Betriebswirtschaftlich orientierte Verwendung:

Gemäß der in »Prozesse im Detail« (S. 44) erarbeiteten Definition umfasst ein Geschäftsprozess eine zeitlich-logische Abfolge von Aktivitäten zur Erfüllung einer betrieblichen Aufgabe, wobei eine Leistung in Form von Material- und/oder Informationstransformation erbracht wird. Diese Definition ist sehr umfassend, sie beinhaltet sowohl Prozesse innerhalb eines Unternehmens als auch unternehmensübergreifende Prozesse. Sie ermöglicht sowohl die Gesamtbetrachtung eines umfassenden Prozesses, wie der Abwicklung eines Auftrags vom Auftragseingang bis zur Auslieferung des fertigen Produktes, als auch die Untersuchung kleinster Teilprozesse im Detail. Weitgehend durch Computersysteme automatisierte Prozesse fallen ebenso unter die Definition wie völlig manuell durchgeführte Abläufe. Ein konsequentes, erfolgreiches Geschäftsprozessmanagement betrifft alle genannten Aspekte und Prozesstypen. Im vorliegenden Buch wird daher diese umfassende Definition des Begriffs Geschäftsprozess verwendet.

2 Automatisierungsbezogene Verwendung:

Spricht man über Informationssysteme, deren Zweck die Automatisierung von Abläufen ist (Workflow Management oder Business Process Management-Systeme, vgl. hierzu auch »Workflow M
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Veröffentlicht von Prof. Dr. Thomas Allweyer bei BPM-Netzwerk.de am 10. August 2005

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