Geht nicht gibt's nicht

In dieser kritische Betrachtung aktueller BPM-Projekte werden Vorschläge formuliert, wie Geschäftsprozessmanagement gerade in Krankenhäusern umgesetzt werden sollte.

Tipp: Praxiskurs BPMN & andere BPM-Seminare

Die Business Process Modeling Notation (BPMN) gewinnt in rasantem Tempo an Verbreitung. Die eigentliche Stärke dieser Notation, nämlich ihre Mächtigkeit zur präzisen Prozessbeschreibung, ist für Einsteiger jedoch häufig verwirrend. Dieses Seminar vermittelt sowohl die Grundlagen als auch Best Practice - Ansätze, um spezifikationskonform zu modellieren und gleichzeitig die Potentiale von BPMN voll auszuschöpfen. Mehr Infos

Prozessmanagement wird zunehmend als Gestaltungsalternative für Krankenhäuser und Einrichtungen des Gesundheitswesens diskutiert um die heutigen und zukünftigen Anforderungen des Gesundheitsmarktes erfolgreich meistern zu können.

Warum auch nicht? Schließlich hat sich das Konzept in vielen Industrie- und Dienstleistungsunternehmen bewährt, zumindest wenn man den vielen Veröffentlichungen und Werbeschreiben glauben darf, die von erfolgreichen Geschäftsprozessmanagementprojekten berichten. Schaut man ein bisschen genauer hin, stellt man aber fest, dass eine Vielzahl von Geschäftsprozessprojekten nicht ganz so erfolgreich waren.
Liegt das am Konzept des Geschäftsprozessmanagements, ist die Idee falsch?

Ich glaube nicht, aber Unternehmen die mit Ihrem Vorhaben eine Prozessorientierung einzuführen, gescheitert sind, haben oftmals einige Fehler gemacht.
Diese Fehler bieten aber gerade die Chance für Krankenhäuser (die mit dem Thema Prozessmanagement noch nicht so sehr vertraut sind) aus diesen Erfahrungen zu lernen:

  • Der Begriff Geschäftsprozessmanagement wird ?missbraucht? in dem z.B. die bisherigen Arbeitsabläufe einfach moderner als Geschäftsprozesse bezeichnet werden und Strukturen und Kompetenzen nicht an den Geschäftsprozessen ausgerichtet werden.

  • Die Frage der Strukturen ist auch Eng mit dem Problem der Prozessverantwortung verbunden: Wer kümmert sich zukünftig um den neu gestalteten Prozess? Welche Kompetenzen und Einflussmöglichkeiten hat der oder die Prozessverantwortliche? Wird Prozessverantwortung als ?neue? Hierarchie einfach über die bestehenden Strukturen gelegt, ist die Chance, dass in einem solchen Unternehmen Prozessmanagement keinen dauerhaften Erfolg bringen wird sehr hoch.

  • Es wird sehr viel Zeit in die Aufnahme und Modellierung von Prozessen verwendet (siehe auch das Thema Prozessmanagementtools) ohne sich über eine Strategie für die Zukunft des Unternehmens und eine Prozesslandkarte wirklich im Klaren zu sein.

  • Es wird alles über Bord geworfen, was bisher gemacht wurde. In Frage stellen, überprüfen ist sicherlich in Ordnung, aber wenn Geschäftsprozessmanagement wirklich umgesetzt und gelebt werden soll, muss Gutes und Bewährtes aus dem bisherigen Geschäftsleben auch bewahrt werden.

  • Geschäftsprozessmanagement wird zu oft als ?strategisches? Vorgehen gesehen, dass von einer relativ kleinen elitären Gruppe implementiert werden kann. Die Einbeziehung der Mitarbeiter, die Vorbereitung der Führungskräfte auf eine Rolle, auf neue Aufgaben auf ein neues Teamverständnis kommt dabei oftmals viel zu kurz und wird nicht systematisch angegangen.<
(Kompletter Text nur für Netzwerk-Mitglieder)

Veröffentlicht von Dipl-Kfm Jürgen Leinmüller bei BPM-Netzwerk.de am 04. Mai 2005

(c) copyright 2007 BPM-Guide.de - Mon Oct 20 14:10:49 CEST 2008