Im Oktober 2004 hat der Hanser Verlag in
Geschäftsprozessmanagement inside die Ergebnisse der bis dahin größten deutschen
Befragung zum Geschäftsprozessmanagement veröffentlicht (
www.hanser.de/buch.asp?isbn=3-446-22961-2&area=Technik).
Von 2000 befragten Unternehmen aus allen Branchen haben 1743 nicht geantwortet. Es ist zu vermuten, dass sie zum Thema GPM nichts zu sagen haben. 257 haben ausgefüllte Fragebögen zurückgesandt. Davon geben 95 Unternehmen an, ein GPM zu haben. Bezogen auf 2000 sind dies 4,75%.
Von diesen 95 GPM sind nach Angaben der Unternehmen 65% QM-orientiert, 25% Strategie-orientiert und 10% IT-orientiert. Die häufigsten Leistungsziele für Geschäftsprozesse sind in Abbildung 1 gezeigt.
Analysen der Wettbewerber sowie Analysen der Stärken, Schwächen, Chancen und Bedrohung des eigenen Unternehmens werden in über 50% der Unternehmen durchgeführt. Auch Erfolgsfaktoren definieren mehr als die Hälfte der Befragungsteilnehmer. So weit die Auszüge aus der Hanser-Studie.
Die entscheidende
Schwäche der meisten GPM ist die nicht optimale Definition der Geschäfts- und Teilprozesse. Im Qualitätsmanagement wird unter Prozess ?ein Satz von in Wechselbeziehungen oder in Wechselwirkungen stehenden Tätigkeiten, der Eingaben in Ergebnisse umwandelt? verstanden. Ein Prozess ist also (ein Satz) eine Menge von Tätigkeiten. Im Geschäftsprozessmanagement dagegen besteht ein Prozess aus einer Menge funktionsüberschreitender Aktivitäten. In diesen unterschiedlichen Definitionen liegt die Ursache der meisten schwerwiegenden Missverständnisse. Denn der Prozessbegriff der Qualitätsnormen ist im Geschäftsprozessmanagement nicht zu gebrauchen. Er leistet weder ein Ausrichten des Unternehmens auf seine Kunden und Märkte, noch führt er zusammengehörige Tätigkeiten zusammen, noch strafft er die Organisation im Si