Hintergrund:
Professionelle Prozess-Analyse, -Modellierung und -Steuerung wird für Krankenhäuser immer bedeutender. Gründe dafür liegen in den Veränderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen und der Finanzierungssysteme. Dadurch entstand in den letzten Jahren ein enormer Druck, um Einsparpotenziale ausfindig zu machen und gleichzeitig den Patienten eine möglichst hohe Qualität zu bieten. Patienten werden aktiver und wollen zunehmend ihren Behandlungsweg (= Behandlungsprozess) verstehen, beeinflussen, und ihre Leistungserbringer mit bestimmen. Mittlerweile fördert der Gesetzgeber verschiedene Modelle und Möglichkeiten enger wirtschaftlicher Kooperation zwischen den früher strikt getrennten ?Sektoren? des Gesundheitswesens (ambulant/stationär). Bislang wirtschaftlich und räumlich getrennte Behandler können nun gemeinsam Leistungen anbieten, z.B. in ?Brustzentren? für Brustkrebs-Patientinnen, was ebenfalls ein exaktes Prozessmanagement notwendig macht.
Prozessmanagement am Beispiel Patientinnenpfad
Patientenpfade bieten Behandlern und Patientinnen eine Richtschnur, sorgen für eine verlässliche, weil standardisierte, Aufgabenteilung und somit auch für Effizienz für die Leistungserbringer. Behandlungspfade nützen allerdings nichts, wenn sie nur abstrakt und als Idealvorstellung in den Köpfen weniger Leitungspersonen stecken.
In der Praxis funktionieren Behandlungspfade nur, wenn sie für alle Beteiligten durchschaubar sind.
Erst die Durchschaubarkeit und die Benennung von Ansprechpartnern und Verantwortlichen an Nahtstellen der Versorgung sorgt für die nötige hohe Verbindlichkeit, sich auch an die Behandlungs- und Kommunikationswege zu halten.
Durchschaubar heißt, sie müssen ...
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zu jedem Zeitpunkt einsehbar bzw. abrufbar,
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von jedem Standort der Leistungserbringer einsehbar,
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stets aktuell sein,
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verschiedene Prozess-Ebenen (viele Details/wenig Details) übersichtlich darstellen,
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leicht zu verändern sein, wenn sich Ansprechpartner oder Schnittstellen ändern.
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| Abbildung 1: Nautilus-Screenshot Brustzentrum |
Auch den Patientinnen sollte ihr individueller Behandlungspfad vorgestellt werden. Denn eine durchschaubare Behandlung sorgt (durch mehr Wissen und Verständnis) für mehr Vertrauen. Dies bedeutet zweierlei: Erstens müssen die Kommunikationsflüsse definiert und abgebildet sein (Wer teilt was, wem, über welches Medium mit?). Zweitens sollte eine Form gefunden werden, um den Patientinnen einen verständlichen Überblick zu geben, wie der gesamte Behandlungsablauf aussieht und an welcher Stelle des Weges man sich gerade befindet. Doch gerade in der Kommunikation mit den Patientinnen ist es schwer, die richtige Form zu finden.
Die Frage ist somit: Wie gestalte ich Prozesse so, dass sie durchschaubar und gut kommunizierbar sind?
Vielfach wird zur Lösung dieser Probleme auf Software zurück gegriffen, in der Hoffnung, dass ein gutes ?Tool? fast automatisch zu guten Prozessen führt. Natürlich ist modernes Prozessmanagement ohne passende Software nicht mehr vorstellbar. Dennoch gilt es, früher anzusetzen, zu einem Zeitpunkt, in dem die anstehende Prozessgestaltung erst einmal mit einigen relevanten Akteuren und Beteiligten gedacht werden müssen.
Eine exakte Planung ist Voraussetzung, um später leicht steuern zu können.
Insbesondere bei der sektorenübergreifenden Prozess-Entwicklung stehen