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BPM-Software 2009

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In der ersten Jahreshälfte haben wir eine Umfrage unter den Anwendern von BPM-Softwareprodukten gemacht.
Jetzt bin ich auch endlich dazu gekommen, die insg. 163 verwertbaren Fragebögen aufzubereiten. Wir hatten erstmals nach bestimmten Produkten gefragt und uns dabei für sehr konkrete Aspekte wie die Bedienbarkeit, die aufgebrachten Lizenzkosten usw. interessiert.

Stichprobe: 163 Anwender von BPM-Software

Stichprobe: 163 Anwender von BPM-Software

Welche BPM-Software setzen Sie ein?

Welche BPM-Software setzen Sie ein?


Hat sich die Beschaffung gelohnt?

Hat sich die Beschaffung gelohnt?

Kann die Software leicht bedient werden?

Kann die Software leicht bedient werden?

Wurde Prozesstransparenz erreicht?

Wurde Prozesstransparenz erreicht?

Welche Prozessnotation nutzen Sie?

Welche Prozessnotation nutzen Sie?

Wieviele Prozesse haben Sie dokumentiert?

Wieviele Prozesse haben Sie dokumentiert?

Publizieren Sie Prozessmodelle im Intranet?

Publizieren Sie Prozessmodelle im Intranet?

Wie hoch waren die Lizenzkosten der Software?

Wie hoch waren die Lizenzkosten der Software?

Sind im Rahmen der Beschaffung weitere Kosten  angefallen – z.B. für Beratung?

Sind im Rahmen der Beschaffung weitere Kosten angefallen – z.B. für Beratung?

Wie groß ist Ihr Unternehmen?

Wie groß ist Ihr Unternehmen?

Welcher Branche gehört Ihr Unternehmen an?

Welcher Branche gehört Ihr Unternehmen an?

Die Befragten kamen fast alle aus dem deutschsprachigen Raum und sind in verschiedensten Branchen tätig, wobei IT, Beratung und Finanzdienstleistungen am Häufigsten genannt wurden. Mit großem Abstand gaben die meisten Befragten an, die ARIS Platform von IDS Scheer als BPM-Lösung einzusetzen, gefolgt von Viflow (Fa. Vicon), ADONIS (Fa. BOC), iGrafx und Prometheus (Fa. ibo).

Bei den nachfolgenden Antworten haben wir die Korrelation zum genutzten Produkt betrachtet. Die relative Häufigkeit der Antworten bezieht sich deshalb stets auf die Anzahl der Befragten, die das jeweilige Produkt nutzen. Zusätzlich haben wir sämtliche Antworten der Befragten unter dem Punkt “Alle Tools” zusammen gefasst, um einem Vergleich zum Durchschnitt zu bilden.
Beispiel: 45% der befragten ARIS-Nutzer gaben an, dass sich die Beschaffung der Software absolut gelohnt habe, 12% gaben hingegen an, die Beschaffung von ARIS habe sich eigentlich nicht gelohnt. Im Durchschnitt über alle genutzten Tools hinweg gaben 58% an, die Beschaffung habe sich absolut gelohnt, und 7% waren der Ansicht, dass sich die Beschaffung eigentlich nicht gelohnt habe. So gesehen hat ARIS also leicht unterdurchschnittlich “performed”.

Diese Zahlen sind natürlich mit Vorsicht zu genießen, besonders bei den Produkten, deren Nutzung nur sehr wenige Befragte angaben. Beispiel: 83% der Prometheus-Nutzer gaben ebenfalls an, dass sich die Beschaffung absolut gelohnt habe. Da aber insg. nur 6 Befragte überhaupt Prometheus nutzen, ist die Stichprobe natürlich sehr klein und deshalb das Risiko der Nicht-Repräsentationsfähigkeit größer als bei den ARIS-Nutzern.
Wenn man dieses Verzerrungsrisiko aber einkalkuliert, kann man trotzdem z.T. recht interessante Schlüsse aus den Antworten ziehen. Beispielsweise sind vor allem die Nutzer von ADONIS, iGrafx und Prometheus mit der Bedienbarkeit ihrer Software überwiegend zufrieden. Die oft gehörte Kritik, ARIS wäre außerordentlich kompliziert in der Handhabung, wird von der Befragung hingegen nicht untermauert.

Die meisten Befragten gaben auch in 2009 an, die BPM-Software vor allem beschafft zu haben, um Prozesstransparenz zu erreichen – Ein Use Case, dem sich alle fünf häufigst genannte Werkzeuge vorrangig verschrieben haben. Bis auf Ausnahmen scheint dieser Wunsch auch ganz oder zumindest teilweise erfüllt worden zu sein. Die hierfür eingesetzte Prozessnotation ist bei ARIS-Nutzern natürlich fast immer die EPK, während bei den anderen Werkzeugen allgemein Flowcharts und die BPMN dominierten. Bei der Betrachtung aller Befragten (“Alle Tool”) wird erkennbar, dass die BPMN inzwischen etwas häufiger eingesetzt wird als die EPK; eine Entwicklung, die wir über die letzten drei Jahre hinweg beobachten konnten, da wir diese Befragung in 2007 erstmalig durchgeführt haben.

Es hat sich außerdem gezeigt, dass Viflow als kleines, schlankes Tool eher zur Dokumentation von relativ übersichtlichen Prozesslandschaften genutzt wird, während ARIS, ADONIS und Prometheus im Schwerpunkt zur Dokumentation von 100-500 Prozessen genutzt werden. Der größte Teil der Befragten publiziert die erstellten Prozessmodelle im Intranet, und durchschnittlich etwa 15% haben das Problem, dass diese dann kaum beachtet werden.

Eine besonders spannende Frage ist natürlich wie immer das liebe Geld. Auch hier haftet ARIS ein etwas negativer Ruf an, da die Plattform oft als überdurchschnittlich teuer kritisiert wird. In den Befragungsergebnissen spiegelt sich diese “Volksweisheit” aber nicht wider. Wirklich deutlich zeigt sich hier nur, dass das bereits genannte Viflow vor allem im Niedrig-Preissegment anzutreffen ist, während ADONIS in den meisten Fällen 10 – 50 TEUR zu kosten scheint. Leider halten sich die Software-Hersteller meistens sehr bedeckt mit ihren Preisangaben, bzw. erfinden ausgesprochen differenzierte Preismodelle mit niedrigpreisigen Editionen, damit sie mit den Interessenten überhaupt erstmal ins Gespräch kommen. Da ist es natürlich interessant zu sehen, welche Lizenzkosten bei den Kunden am Ende wirklich entstehen.

Nicht zu verachten sind auch die Kosten, die über die reinen Lizenzgebühren hinaus im Rahmen der Beschaffung und Einführung anfallen. Hier geht es natürlich vor allem um die Kosten für entsprechende Beratungsleistungen. Und auch hier muss man festhalten, dass ARIS im Vergleich nicht wie vielleicht angenommen mit außerordentlich hohen Beratungskosten verbunden ist.

Bei der Betrachtung der Größen und Branchenzugehörigkeit der befragten Unternehmen lassen sich kaum produktspezifische Schwerpunkte ausmachen. Das entspricht der Aussage der meisten Hersteller, dass ihre Lösung branchenneutral sei und entsprechend übergreifend genutzt werde. Einzig bei den Finanzdienstleistern ist erkennbar, dass diese einen Branchenschwerpunkt für ADONIS (BOC) und Prometheus (ibo) darstellen, zwei Produkte, die auch sonst in einer direkten Wettbewerbsbeziehung zueinander stehen dürften.

Fazit

Unterm Strich ziehen wir ein relativ positives Resümee, was die Nutzung von BPM-Software angeht, vor allem in Bezug auf die gewünschte Herstellung von Prozesstransparenz. Natürlich gelten für unsere Befragung zahlreiche Risiken in Bezug auf die Interpretationsfähigkeit bzw. die Repräsentationsfähigkeit der Stichprobe. Trotzdem finden wir es beispielsweise interessant, dass einige der immer wieder zu hörende Vorurteile über ARIS nicht belegt werden konnten.
Immer wieder erhellend sind wie schon gesagt auch die freien Kommentare der befragten Teilnehmer, besonders in diesem Jahr, wo sie konkreten Produkten zugeordnet werden konnten. Sie sind am Ende des Foliensatzes zur Befragung zu finden.

Übrigens werden wir in 2010 auch selbst in den Ring steigen, was BPM-Software angeht. Natürlich nicht mit einer komplett eigenen Suite, zumal wir nicht an das “one and only”-Produkt glauben. Aber Open Source auf der einen Seite und Software as a Service auf der anderen Seite sind nach unserer Auffassung zwei BPM-Softwaresegmente mit sehr großem Nutzen- und entsprechend auch kaufmännischem Potential. Diese beiden Ansätze kombiniert mit unserem Know-how im Business-IT-Alignment für BPM und SOA und dem standardisierten Vehikel BPMN 2.0 sind… hmh… vielversprechend 🙂

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