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Referenzwerk zu BPM veröffentlicht – Zertifizierungen ab 2010

BPMCBOKWas ist BPM? Welche Hürden sind bei der Einführung zu beachten, was sind die wesentlichen Baustellen? Welche Rollen, Methoden und Technologien sind zu definieren? Für all diese Fragen gibt es zahlreiche Bücher und noch mehr Meinungen von allen möglichen Experten und solchen, die gern welche wären. Was bislang fehlte, war ein übergreifendes Referenzwerk. Es wurde jetzt von der European Association of BPM veröffentlicht.

Die EABPM ist eine Insitution, die sich aus unterschiedlichen europäischen Vereinen formiert hat. Gemeinsam sollte ein international einheitliches Verständnis von BPM geschaffen werden, und das Thema unabhängig von den bunten Marketing-Versprechungen vieler Software-Hersteller entwickelt werden. Deshalb ist die EABPM auch eine Kooperation mit der ebenfalls vendor-unabhängigen US-amerikanischen ABPMP eingegangen, sodass der BPM CBOK (Common Body of Knowledge) tatsächlich eine gute Chance hat, globale Bedeutung zu erlangen. Etwas Vergleichbares gibt es bislang nicht.

Der CBOK ist einige hundert Seiten stark und bislang nur für Mitglieder der Gesellschaft für Organisation verfügbar, die ein Gründungsmitglied der EABPM ist. Er wird jedoch in Kürze auch als Buch erscheinen. Wir werden in der nächsten Zeit die Inhalte des CBOK auch hier bei BPM-Guide zusammen fassen und diskutieren.

Besondes spannend dürfte das geplante Vorhaben der EABPM sein, auf Grundlage des CBOK Zertifizierungen durchzuführen. Dieses Projekt befindet sich gerade in der Umsetzung, und Ende 2009 sollen die ersten Probeläufe stattfinden, um diese Zertifizierung in 2010 flächendeckend anzubieten.

Ich selbst bin in diesem Thema bereits seit 2005 involviert, denn damals haben wir bei der Gesellschaft für Organisation den ersten Anlauf für die Erarbeitung eines solchen BOK unternommen. Ich war damals für eine Arbeitsgruppe verantwortlich, und gemeinsam mit rund 40 weiteren Autoren entstand eine erste Version. Der jetzt veröffentlichte CBOK ist das Ergebnis einer Zusammenführung unserer Inhalte mit denen der ABPMP (die ebenfalls einen BOK entwickelt hatte), wobei der größere Teil auf die ABPMP zurück geht. Nichtsdestotroz freue ich mich sehr über den erreichen Stand und bin auch ein wenig stolz darauf.

Inhaltlich gibt beim CBOK sicher noch Verbesserungspotentiale, weshalb er auch weiter entwickelt wird. Aber für uns bei der camunda ist es als Trainer und Berater sehr wichtig, endlich auf ein instiutionell untermauertes Verständnis von BPM verweisen zu können, das im Kern absolut richtig ist (Auszug aus dem CBOK):

Die englische Bezeichnung “Business Process Management” oder BPM wird synonym verwendet für Geschäftsprozessmanagement oder auch einfach Prozessmanagement.
[…]
“Business Process Management” (BPM) ist ein systematischer Ansatz um
sowohl automatisierte als auch nicht-automatisierte Prozesse zu erfassen, zu gestalten, auszuführen, zu dokumentieren, zu messen, zu überwachen und zu steuern und damit nachhaltig die mit der Unternehmensstrategie abgestimmten Prozessziele zu erreichen. BPM umfasst die bewusste, gemeinsame und zunehmend IT-unterstützte Bestimmung, Verbesserung, Innovation und Erhaltung von end-to-end-Prozessen. Auf diese Weise können Unternehmen immer schneller und flexibler gute Ergebnisse erreichen.
Mit Hilfe von BPM können Prozesse auf die Unternehmensstrategie abgestimmt werden, so dass sich die Gesamtunternehmensleistung verbessert, sobald Prozesse innerhalb einzelner Organisationseinheiten, unternehmensweit oder sogar unternehmensübergreifend optimiert werden.

Es geht also um das ganzheitliche Verständnis von BPM, das die organisatorische und IT-technische Seite gleichermaßen berücksichtigt. Genau das ist die Mission von camunda – wir bauen diese Brücke Tag für Tag in unseren Projekten.

In Zusammenarbeit mit der ibo Beratung und Training werden wir deshalb ein Ausbildungsprogramm anbieten, das jeden Interessierten für die Prüfung zum CBPP (Certified Business Process Professional) qualifiziert.

Allerdings: Eine solche Ausbildung ist hilfreich, aber auch nicht zwingend erforderlich, man kann sich die Inhalte prinzipiell auch autodiaktisch aneignen – auch das ist natürlich ein wichtiger Punkt, der für dieses Zertifikat spricht.

Man darf also gespannt sein, wie es weiter geht – stay tuned 😉

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