4. Process Solutions Day: Ein kurzer Rückblick

June 05 2009 by Jakob Freund · Leave a reply

Am 19. Mai haben wir in Frankfurt a.M. wieder den PSD durchgeführt. Wir, das sind einmal die Gesellschaft für Organisation als Veranstalterin, und zum Zweiten die camunda, die den PSD inhaltlich konzipiert und operativ begleitet hat. Es wurden 20 BPM-Softwareprodukte vorgeführt, und über 200 Menschen kamen bei der Veranstaltung zusammen. Die Moderatoren der drei Tracks für fachliches Prozessmanagement, SOA und Human Workflows zogen ein recht positives Fazit, auch wenn sich mein Kollege Bernd Rücker gewünscht hätte, dass noch mehr Anbieter ihre Produkte mit Live-Demos erklären.

Aber das ist natürlich auch nicht so einfach: Wie kann man als Anbieter in 30 Minuten glaubwürdig vermitteln, welche besonderen Stärken die eigene Lösung besitzt? Eine Live-Demo verschafft sicher einen plastischen Eindruck, auf der anderen Seite geht man damit zwangsläufig so sehr ins Detail, dass man keine Zeit mehr für die weiteren Aspekte des Produktes hat. Ein schwieriger Spagat, aber nach den Gesprächen mit den Teilnehmern hatte ich in den überwiegenden Fällen den Eindruck, dass er den meisten Abietern ganz gut gelungen ist.

Das Problem vieler Firmen ist ja, dass sie eine Software zu Unterstützung ihres BPM suchen, jedoch nicht wirklich darüber im Bilde sind, was diese speziell für ihre Situation leisten muss. Hier werden aufgrund von Halbwissen viel zu früh Buzzwords und Standards als Muss-Kriterien definiert, ohne dass der tatsächliche Bedarf vorhanden ist. Kein Wunder, dass dann viele Anbieter versuchen, ihr Produkt an diesen Kriterien vorbei “zu manövrieren” und trotzdem einen Termin beim Kunden bekommen wollen – letzten Endes handeln sie in gutem Glauben und mitunter sogar im Interesse des Kunden, wenn dieser bestimmte Funktionen nur glaubt zu brauchen, sie aber nicht wirklich braucht. Auf der anderen Seite erschwert diese Geisteshaltung die Kommunikation zwischen Kunden und Anbietern natürlich ungeheuer. Meines Erachtes ist eine unzureichende Kompetenz in Bezug auf BPM die größte Hürde bei der Softwareauswahl.

Ich habe beim PSD versucht, die Leute für dieses Problem in einem etwas flappsigen Vortrag zu sensibilisieren – flappsig auch deshalb, weil ich am Nachmittag nochmal ein wenig Unterhaltung bieten wollte, nach dem umfangreichen Input zuvor. Leider war ich nicht so gut in Form und musste etwas zu viel Inhalt in zu kurzer Zeit transportieren – aber ich habe trotzdem kein schlechtes Feedback bekommen, ich denke, die Message ist angekommen. Für Interessierte kommen hier nochmal die Folien (leider ohne Tonspur).

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